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Es ist Bergfest beim Buchtest und deshalb habe ich heute einen ganz besonderen Beitrag im Anschluss an Woche vier mit „Jetzt denk ich wirklich nur an mich“
Nachdem die erste Woche euphorisch begann, strauchelte ich in Woche zwei und drei aufgrund der nicht täglich abzuarbeitenden Wochenaufgaben. In Woche vier war ich dann allerdings wieder ‘back to business’ und habe jeden Tag drei Dinge notiert, für die ich am jeweiligen Tag dankbar war. Das ist mir ausgesprochen leicht gefallen und ich stelle begeistert fest, dass es sich bei 90% der Glücks-Bringer um Dinge handelte, die man nicht kaufen kann
Nach dem letzten Beitrag (und den Kommentaren dazu) war ich reichlich verwirrt bezüglich der „Wirksamkeit“ des Buches und fragte mich, was ich wohl tun könnte, um erneuten Problemen mit z.B. Wochenaufgaben in der zweiten Test-Hälfte vorzubeugen. Ich kam auf die Idee, einfach Ilona Bürgel, Autorin des Buchs, persönlich zu fragen und um Hilfe zu bitten. Sie war prompt bereit sich am Telefon ausfragen zu lassen und lobte mich sogar für die proaktive Herangehensweise an mein Problem. Im Folgenden werde ich meine Telefon-Notizen aufbereiten und Einblicke in das geben, was Frau Bürgel für wertvolle Tipps und Hinweise hatte:
Da war diese Sache mit dem „nicht mehr überfordern“, die ich mir gern vornehmen wollte, aber an der Umsetzung scheiterte. Ilona Bürgel fand natürlich sofort den faulen Zahn: ich soll etwas ANDERS machen als bisher. Das klingt zunächst simpel, stellte sich aber als Ursache meines Problems heraus: Ich überlegte, welche Strategien ich schon kenne um mich nicht mehr zu überfordern. Obwohl ich doch eigentlich weiß, dass ich die Dinge, die mir bekannt sind, nicht erfolgreich einsetzen kann. Nun, woher nun so eine „neue“ Idee nehmen? Vielleicht einfach mal jemanden fragen, wie er das so macht. Das klingt ebenfalls simpel, aber macht man es denn tatsächlich? Nein. Und auch wenn der Andere die Antwort nicht kennt, kann man immerhin darüber sprechen und etwas austüfteln. Sollte man dann aber (wie man es immer gemacht hat) nicht zur Umsetzung des neuen Plans kommen, kann man direkt überlegen, wie man sich oder welche andere Person mich daran erinnern könnte.
Sind diese Schritte (also erst überlegen, was man wirklich anders machen kann und dann auch tatsächlich eine Strategie zu entwickeln um es auch zu tun) geschafft, kommt der schönste Teil an der Sache: Die Belohnung. Belohnungen sollen laut Frau Bürgel immer etwas mit Leistung/Geleistetem zu tun haben, aber in erster Linie die kleinen Schritte angemessen belohnen. Wer sich also vornimmt „gleich drei Maschinen Wäsche zu waschen und auch komplett zu bügeln“ der hat einen riesigen (Wäsche)Berg vor sich. Wer sich aber erst einmal „nur eine Maschine waschen und das Bügeln der Hose, die man am nächsten Tag anziehen möchte“ vornimmt, hat gute Chancen, dieses Ziel auch zu erreichen. Und dann sollte man sich auch belohnen! Und zwar mit etwas, das einen wirklich „zieht“. Man muss in dieses Gefühl von „was könnte ich denn noch alles machen, damit ich zur Belohnung beitrage“ kommen und den Spaß an der Sache wecken.
Ich hätte zum Beispiel unglaublich gern Yoga-Klamotten aus der neuen Linie von Tara Stiles. Die würde ich mir sonst nie kaufen, weil ich Sachen fürs Yoga habe und weil sie zu teuer sind. Das ist die ideale Idee um ins Belohnungssystem einzusteigen! Eine solche Hose kostet 70€ und ist sicher nicht mit einem mal waschen getan, aber jeder weiß ja für sich selbst wie groß die Überwindung ist, wenn man etwas getan hat und vielleicht wandern dann erst einmal nur 2 oder 5€ in die Belohnungskasse. Am Ende muss man dann auch wirklich das erwerben, was man sich vorgenommen hat und sollte dies auch wieder schwierig sein, dann kann man das Geld ja zum Beispiel einer Freundin geben, die dann dafür sorgt, dass es auch für den richtigen Zweck genutzt wird. Natürlich muss man das nicht, aber ich würde mir offen eingestehen, dass ich am Ende eher dazu tendiere zu sagen „ach, war doch alles halb so schlimm, ich nehme die Hälfte zum Tanken und die andere für Lebensmittel“.
Wenn man gerade dabei ist, andere einzuspannen, kann man auch andere bitten, sich eine Belohnung für einen zu überlegen. Man teilt sein Vorhaben mit ihnen, erhält Unterstützung und nach erreichen des gesteckten Ziels vielleicht ein Essen, einen Strauß Blumen oder ein Überraschungspäckchen.
Das ist alles Planungsaufwand und sicher mit Herausforderungen verbunden, aber letztendlich zählt doch die Frage ob man etwas auch tatsächlich ÄNDERN möchte, oder eben nicht.
Der Schlüssel scheint mir zu sein, dass man sich selbst ernst nimmt, und zwar sowohl die eigenen Schwächen (kann ich mich allein erinnern, Lösungen finden, Geld tatsächlich einlösen) als auch die eigenen Stärken (ich habe mich der Herausforderung gestellt und etwas Neues getan, jemandem davon erzählt, an Lösungen überlegt, mich belohnt). Sich ernst nehmen bedeutet allerdings auch, genau hinzusehen, wenn etwas ganz und gar nicht klappt. Hat man sich zu viel vorgenommen und fängt deshalb gar nicht erst an, oder ist der Januar einfach kein Monat, in dem man mit Inline-Skaten beginnen sollte?! Manchmal krankt ein Vorhaben an anderen Stellen, als an der Umsetzung und dann gilt es schlechte Voraussetzungen als solche zu erkennen und auch zu akzeptieren. Es ist nicht jeden Tag die beste Zeit um mit dem Rauchen aufzuhören.Zurück zum „Wenn/Dann“ Problem, aus meinem letzten Beitrag. „Wenn Verhalten xy kommt, dann mache ich stattdessen xy“ ist laut Frau Bürgel eigentlich eine bewährte Methode aus der Psychologie, die dafür sorgt, die Situation sehr klein aufzulösen und dadurch zu ändern. Dass mir bisher nur das Wissen über „ja was denn DANN?!“ fehlte, stimmt mich optimistisch, es noch einmal damit zu versuchen
Es so zu machen wie immer funktioniert nun mal nicht und deshalb ist es Zeit alte Muster aufzubrechen und etwas zu verändern. Hilfreich sind in diesem Zusammenhang auch Vorbilder. An Menschen im Umfeld kann man sich fragen „Wie macht er/sie das, was ich gern machen würde?“ und das Verhalten nachahmen, wenn es persönlich zu einem passt.
Beim Thema Zielsetzung sollte man sich dann auch gern am persönlichen Optimum orientieren und explizit werden. Zum Beispiel „am ersten Tag im neuen Job treffe ich lauter nette neue Kollegen und beziehe das Büro mit dem schönsten Ausblick“ und nicht „ich freue mich auf den ersten Tag, ich bin gespannt was mich erwartet“. Frau Bürgel ist überzeugt „Wir sind unsere Gedanken und erst wenn wir anfangen unsere Gedanken zu verändern, verändert sich auch unser Umfeld“. Man sollte natürlich nicht in solche Vorstellungen verbeißen, aber es ist sicher an sich nicht verkehrt, generell einmal darüber nachzudenken, was denn der persönliche Optimalzustand überhaupt ist.
An dieser Stelle folgt Frau Bürgels Extra-Tipp für alle Blogleser
Eine Power-Point-Präsentation für sich selbst erstellen! Klingt zunächst vielleicht merkwürdig, aber laut Frau Bürgel ist die Methode absolut erfolgversprechend:
Man nimmt Bilder von sich in schönen Momenten und zu besonderen Anlässen und macht daraus eine PowerPoint. Außerdem nimmt man Bilder von Vorbildern, Zitate die inspirieren, Bilder von Zielen die man hat und Belohnungen die man sich wünscht. Man packt alles zusammen und unterlegt es mit motivierender „ruhig auch schön schmalziger“ Musik und sieht sich ein Mal am Tag die Präsentation an. Bilder sind wichtig fürs Unterbewusstsein und durch die Musik kommt ein weiterer außersprachlicher Bereich hinzu – eine Kombination fürs Wohlbefinden.
Ich habe jedenfalls damit begonnen eine zu erstellen. Aber es ist bei diesem Tipp wie mit allen solchen Anregungen: Man muss sie auch umsetzen!
Wenn ich so darüber nachdenke, dann dachte ich bereits bei vielen Büchern „Jetzt klappt es mit dem Verändern“ und dann hat es doch nicht geklappt und dann musste ein neues Buch her. Aber wenn ich wirklich ehrlich bin, dann bin ich auch nie wirklich aus meiner Komfortzone herausgekommen und habe etwas anders gemacht. Frau Bürgel formuliert das „an sich denken“ nüchtern, aber ehrlich: „Es ist Arbeit die Spaß macht, aber es bleibt Arbeit“. Es ist echte Disziplin gefragt!
Das Telefonat mit der fröhlichen Frau Dr. Bürgel, die nicht nur Schokolade liebt, sondern auch in der E-Mail-Signatur danach fragt, ob der Empfänger „heute schon an sich gedacht“ hat, war wirklich aufschlussreich. Ich hoffe, dass ich dies in der Zusammenfassung unseres Telefonats und den Antworten auf meine Fragen demonstrieren konnte. Sie geht laut eigener Aussage nicht durch die Welt, weil sie meint, sie sei jetzt diejenige, die allen erlauben darf, dass sie ab heute an sich denken, sondern sie macht es, weil es in unserer Gesellschaft voller Burnout und Leistung sonst niemand tut. Geben wir uns die Erlaubnis „Mir darf es GUT gehen“ und würde das einfach jeder machen, könnten sicher viele Probleme unterschiedlicher Natur gelöst werden. Ich finde es zwar befremdlich, dass es eine andere Person gibt, die uns an UNS erinnern möchte, daran nämlich, dass man ja selbst auch noch da ist, aber andererseits ist es eine effektive Methode!
Im Herbst dieses Jahres veröffentlicht Ilona Bürgel ein Buch über Schokolade und ich freue mich schon jetzt darauf, die Süßigkeit auf diese Art und Weise neu zu erleben
An dieser Stelle ein herzliches DANKESCHOEN an alle, die bis hierher gelesen haben!
Es ist ein richtiger Mammut-Beitrag geworden, der allerdings (auch nach mehreren Versuchen) nicht hätte gekürzt werden können
Für mich geht es in der nächsten Buchtest-Woche um „maximales Wohlbefinden“ und dessen Umsetzung. Um gleich meine Pläne in die Tat umzusetzen würde ich deshalb gern von euch wissen, was ihr für Wohlbefinden tut und ob vielleicht sogar Interesse daran besteht, sich gegenseitig an gewisse Vorhaben (wie zum Beispiel tägliche Entspannung etc.) zu erinnern?!
Gemeinsam kommt man als Einzelner einfach weiter, ich bin gespannt auf euer Feedback!
Und was macht die Test-Kollegin? Hier findet ihr Miriams zweite Woche mit dem zweiten MyBook “Was mich bewegt”


