Immer wenn es auf Karneval zu geht, denke ich auch gleichzeitig an dessen Abschluss am Aschermittwoch und den damit verbundenen Beginn der Fastenzeit. Auch wenn ich nicht wirklich religiös bin, gefällt mir der Gedanke, einfach mal über einen festen Zeitraum Verzicht zu üben. Das führte dazu, dass ich 2011 Fleisch gefastet habe, was für mich allerdings kein Problem dargestellt hat. Im letzten Jahr hatte ich zur Fastenzeit andere Sorgen, aber 2013 soll es wieder einen Vorsatz geben! Die Idee dazu schwebt mir schon im Kopf herum, seit ich vor einigen Monaten auf das Blog von Julia gestoßen bin, und dort ihre Vorsätze fürs Fasten 2012 gelesen habe. Ich habe dann noch ein bisschen mit mir gerungen, da es sich um etwas handelt, worin ich wirklich Verzicht üben müsste, aber nach Absprache mit Miriam und einer Offline-Freundin, die die Idee ebenfalls gut fanden, steht der Entschluss nun fest:

KONSUMFASTEN!

Damit meine ich jeglichen Konsum. Natürlich mit Einschränkungen wie Dinge, die einfach zum Überleben wichtig sind. Aber auch beim Essen, oder unnötig hohem Spritverbrauch kann man ja gewissenhaft entscheiden und nicht übermäßig Extras konsumieren.

Ich möchte das gern umsetzen, weil ich damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlage: zum einen verzichte ich aktiv auf Konsum, zum anderen kann ich das dabei gesparte Geld sehr gut für den nahenden Umzug gebrauchen, der sicher kostenintensiv werden wird.

Im Klartext bedeutet das: Keine Bücher, eBooks, Zeitungen, Musik, Klamotten, Schuhe, Accessoires, Kosmetik, Pflege, Kros usw.!

Eine einzige Ausnahme muss ich machen und zwar meine Audible und Cuppabox-Abos. 2 neue Hörbücher pro Monat dürfen geladen werden (allerdings nicht unbedingt vier während der Fastenzeit) und die neuen Cuppaboxen kommen Ende Februar und Ende März. Da ich mein kurzes Intermezzo mit der Pink Box vergangene Woche beendet habe, sind das also die einzigen Dinge. Und was eventuell noch gehen würde, wäre Gutscheine einzulösen, aber da die hier eh schon ewig rumliegen, muss das auch nicht unbedingt in den sieben Wochen sein. Was allerdings sein muss, sind Ausgaben wie die Wohnungskaution, Möbel (was dringend gebraucht wird, kein Schnickschnack) und Geschenke für Geburtstage, die in der Zeit liegen.
Bei Ernährung sieht es außerdem so aus, dass ich keine Süßigkeiten außer Bitterschokolade zu mir nehmen möchte (auch keine Teilchen, Kuchen, Muffins etc), aber einmal pro Woche eine Ausnahme erlaubt ist. Da meine Eltern beide in der Zeit Geburtstag haben, darf dieser Joker sein, wird aber nicht angespart, falls er in einer Woche nicht genutzt wurde. Außerdem ist kein ganzer Tag gemeint, sondern eine Mahlzeit der dann zum Beispiel ein Nachtisch oder Knabbereien folgen. Die Option auf Bitterschokolade lasse ich mir täglich, da sie gesund ist und ich eh keine Berge davon essen kann, sodass ein gewissenhafter Konsum selbiger vorprogrammiert ist.

Jetzt kommt natürlich der Eindruck auf, dass ich mir ja dann „gar nichts Gutes“ mehr tue. Ich kaufe mir nichts außer Dingen für die Wohnung, achte bei der Ernährung auch darauf unnützen Konsum einzudämmen und belohne mich somit nicht für Dinge indem ich Geld ausgebe. Das ist auf den ersten Blick auch genau richtig. Aber: Ich möchte gern lernen, mir etwas Gutes zu tun OHNE zu konsumieren. Es würde mir gut tun, wenn ich mir mehr Qualitätszeit für mich selbst nehmen würde, wenn ich Yoga machen, mich bewegen und mir Auszeiten gönnen würde. Das sind die Dinge mit denen ich mich eigentlich belohnen möchte! Und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich auch genug Badezusatz auf Vorrat, dass ich dessen Konsum sogar für den Rest des Jahres getrost einstellen könnte ;) Ebenso Haar-, Körper- und Gesichtspflege.

Um ehrlich zu sein habe ich ein kleines bisschen „vorkonsumiert“, allerdings nur ein bisschen ;)

Ich weiß, dass es in den letzten Jahren öfter „Buchkaufverbot“ oder „Buchkauffrei“ auf verschiedenen Blogs gab, allerdings finde ich es viel spannender, einfach mal NICHTS zu kaufen und zu gucken, wie es einem damit geht. Kein Online-Shopping, keine Vorbestellungen, keine Shopping-Bummel. Und kein Hüftgold-Konsum. Statt dessen Verzicht, bewusster Umgang mit den Dingen die man konsumieren darf und Belohnungen, die nichts kosten und trotzdem unbezahlbar sind.

Für sieben Wochen!

Wer hat Lust bekommen mitzumachen? Ihr habt ja noch bis Mittwoch Zeit um euch zu entscheiden. Und wie euer Konsumfasten aussieht und ob ihr euch vielleicht nur in einem Bereich einschränken wollt, bestimmt ihr ganz allein!

Ich bin total gespannt wie dieser Vorsatz die Fastenzeit verändert und ich werde währenddessen und zum Abschluss natürlich hier darüber berichten.

15 Responses

  1. Das hat es in sich. Besonders den Unterschied zwischen Dingen die ich wirklich brauche (Benzin, Essen) und Genusskomsum (mehr Benzin, mehr Essen ;-)) zu erkennen ist gar nicht so einfach. Aber vielleicht liegt ja auch gerade darin der Reiz beim Konsumfasten. Dass man sich wirklich einmal bewusst wird, was man braucht und was nicht. Ich denke drüber nach mitzumachen. Wobei ich derzeit zu etwas anderem tendiere – Fasten vom Multitasking… Mal schauen :-)

    • Ich denke auch, dass die Hauptaufgabe in der “Bewusstheit” bestehen wird :-) übrigens ist Multitasking ja streng genommen auch “zu viel Konsum” durch Gleichzeitigkeit. Könnte durchaus deine Variante davon sein :-)

  2. Schöne Shoppingausbeute! Aber das war es jetzt auch erstmal :-)
    @Lara: Ja, die Grenzen sind da schon etwas schwammig. Aber du schreibst ja schon ganz richtig, im Endeffekt geht es darum einmal ganz bewusst zu schauen, was konsumiere ich eigentlich und muss das sein? Würde mich freuen wenn du dich uns anschließt :-)

  3. Nachdem ich mir gerade wieder 3 Kleider bestellt habe und feststellen musste, dass ich noch 2 Ungetragene im Schrank habe (ebenso wie 2 Paar ungetragene Schuhe) stand fest: Ich schließ mich dir an!

    Da ich aber Hedonistin bin, wird sich mein Fasten aber nur auf tatsächlichen “Konsum” beschränken (Kleidung, Make-up, Zeitschriften, Apps, CDs und so Zeug).

    Ausnahmen werden wohl das Geburtstagsgeschenk für meine Schwester sein.

    Das gesparte Geld wird dann im Schottlandurlaub ausgegeben und in ein Dirndl investiert. :)

  4. Bisher habe ich noch nicht gefastet, aber ich trage den Gedanken schon eine Weile mit mir herum.
    Dank eurem Anstoß habe ich nun entgültig den Entschluss gefasst zu fasten und würde mich euch deshalb gern anschließen.. ;)

    Allerdings beschränkt sich mein Konsumfasten auf den Konsum von Zucker. Gerade durch die Prüfungszeit habe ich in letzter Zeit wieder so viel Zucker in Form von Limonade, Süßigkeiten, Puddings und Kuchen/Gebäck zu mir genommen, sodass sich da dringend etwas ändern muss. :)

    Ich freu mich auf die kommende Zeit, hab allerdings auch ein bisschen Angst, das doch nicht durchzuhalten. ;)

    Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen, bei deinem Vorhaben, was ja noch einiges mehr umfasst, als meins.

    • Wie schön, dass du mitmachst! Die Angst vor dem “nicht Durchhalten” gehört glaube ich so ziemlich dazu. Mir geht es genauso. Der Vorsatz “keine Süßigkeiten” außer max. ein Mal pro Woche ist das, was mir die meisten Sorgen bereitet. Aber das Fach ist schon ausgemistet und ein kleiner Bitterschoki-Vorrat für unterwegs wandert in die Handtasche ;)

  5. Ganz tolle Idee!
    Und ich bin nun mal mutig (und vielleicht etwas selbstüberschätzend ;)), aber ich bin dabei :) Einen Blogbeitrag werde ich dann mal morgen tippen, aber ich schätze, allzu anders als deiner wird er wohl nicht aussehen :D (Bitterschokolade <3)

  6. So. Wie ich gestern bei Twitter ankündigte, werde ich mich auch anschließen. ich überlege die ganze Zeit ob ich es mir zu leicht mache.
    Allerdings möchte ich meinen täglichen Internetkonsum runter fahren. Das wird dann wohl doch eher hart… Ich wünsche uns allen einen guten Start heute und viel Erfolg!

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