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Ausgestellt am 18. Juni 2011, von in Rezensionen.

Kurzbeschreibung:
Ja, es gibt sie tatsächlich: Frauen, die keine Kinder wollen. Und Nora ist eine davon. Bei ihr klafft weder eine Lücke, noch tickt da eine biologische Uhr – Kinder stehen einfach nicht auf der Lebenstraum-Liste der 37-jährigen Imageberaterin. Und so lebt sie frei, unbekümmert und rundum zufrieden. Genau so hatte sich Nora ihr Leben immer vorgestellt. Hätten sich nur nicht die Koordinaten in ihrem privaten Umfeld unbemerkt verschoben. Während Nora den Luxus der Freiheit zelebriert, feiern ihre Freunde fast ausnahmslos das Projekt Familie. Mit großen Folgen – auch für Nora…

Meine Meinung:
Nora ist 37 Jahre alt und macht gerade eine dreimonatige Pause vom Berufsleben, als sie bemerkt, dass sie in ihrem Freundeskreis aufgrund ihrer Lebenssituation zu einer regelrechten Außenseiterin geworden ist. Doch dies nicht etwa durch ihre bewusste Arbeitslosigkeit, sondern durch ihre bewusste Kinderlosigkeit. Als Tante, Freundin und Babysitter mag sie Kinder zwar, aber in ihrer Lebensplanung haben eigene Kinder einfach keinen Stellenwert. Lieber lässt sie sich mit jüngeren Männern ein, geht aus und genießt das Leben in vollen Zügen. Allerdings scheint sie damit ein rotes Tuch in ihrem Bekanntenkreis zu sein, denn wenn sich alle nur noch über Kinder unterhalten kann Nora erstens kein Wort mitreden und sollte zweitens etwas mehr Rücksicht nehmen. Aber wer nimmt Rücksicht auf Nora und ihre Entscheidungen?

Aufgemacht wie ein typischer Frauenroman, ist “Noch nicht mal alleinerziehend” mit einer Protagonistin ausgestattet, die sich so gar nicht “typisch” verhält. Plötzlich zum “Kinder-verweigernden-Monster” degradiert, ist Nora gezwungen ihre Lebensführung zu überdenken und geht dabei nicht den üblichen Weg des geringsten Widerstands. Sprecherin Carolin Kebekus schafft es, die humorvollen Eskapaden treffend zu lesen, den tiefgründigen Gedanken aber auch die nötige Atmosphäre zu verleihen und legt dabei ihr aus dem TV bekanntes Comedy-Image gänzlich ab. Alles in allem bieten die über fünf Stunden Hörbuch einen gelungenen Mix aus einer dem Zeitgeist entsprechenden Story, einer sich reflektierenden und weiterentwickelnden Hauptfigur, sowie einer Prise “seichte Frauenliteratur”. Auch wenn das Ende des Romans dann doch eher aus dem Roman-Ende-Baukasten zu stammen scheint und das Buch zu Anfang einige Zeit braucht um ins Rollen zu kommen, sind das auch schon die einzigen Nachteile.

Fazit: Flüssig geschrieben und unterhaltsam. Nicht überragend, aber hörenswert!

Bewertung:
(3/5)
Verfasst am: 18.06.2011