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Ausgestellt am 13. August 2009, von in Rezensionen.



“Der Jane Austen Club” bei Buecher.de


Klappentext:
Fünf Frauen und ein Mann, die unterschiedlicher nicht sein könnten, schließen sich zu einem Leseclub zusammen, um über die Romane von Jane Austen zu diskutieren. Sechs Monate lang lassen Jocelyn, Sylvia, Allegra, Bernadette, Prudie und Grigg die Figuren, Gedanken und den Witz Jane Austens in ihr Leben – und das nicht ohne Folgen. Was bei ihren Treffen ans Licht kommt, sind allerdings weniger die verschiedenen Aspekte von »Stolz und Vorurteil« als die Wünsche und Sehnsüchte der Teilnehmer. Nebenbei bewegt natürlich alle Frauen die Frage, warum Jocelyn einen Mann in die Runde eingeladen hat, wo doch jeder weiß, dass Männer kaum lesen – geschweige denn Jane Austen. Während der Club zusammenkommt, werden Familiengeschichten ans Tageslicht gebracht, Ehen getestet, zarte Bande gesponnen und Tragödien gemeistert. Und am Ende hat nicht nur Grigg, der einzige männliche Teilnehmer, die Liebe und das große Glück gefunden.

Meine Meinung:
Wie schon der Titel des Buches von Joy Karen Fowler verrät, handelt es sich um 6 Personen, die zusammen, als Club, in 6 Monaten die 6 Werke „Überredung“, „Sinn und Sinnlichkeit“, „Stolz und Vorurteil“, „Emma“, Kloster Northanger“ und „Mansfield Park“ von Jane Austen lesen. Diese 6 Personen sind bunt zusammengewürfelt und neben den 5 Frauen unterschiedlichsten Alters und Gesinnung, ist sogar ein Mann offizielles Mitglied des Clubs. An wechselnden Orten, jeden Monat bei einem anderen Mitglied, trifft sich die Truppe um je ein Werk der Autorin zu besprechen und einige Aspekte wie zum Beispiel die Gestaltung der Charaktere zu beleuchten. Hierbei kommt es häufig zu Diskussionen und auch das Privatleben der Club-Mitglieder und deren Vorgeschichte wird in das Kapitel über das Treffen eingebunden. Aber auch das Leben zwischen den Treffen des Jane Austen Clubs steht nicht still, und so kommt es, dass auch hier unvorhergesehene Wendungen die Spannung steigern. Es handelt es sich bei den Gastgebern des Abends immer um eine Person, deren „Lieblingsbuch“ das Buch des Abends ist und jeder Gastgeber ist also die Hauptfigur eines Kapitels.

Das Buch selbst besteht aus Pro- und Epilog und die einzelnen Kapitel sind nach den Monaten benannt, in denen die jeweiligen Treffen stattfinden. Jedes Kapitel beginnt mit einem kleinen Absatz, welcher angibt bei wem das Treffen stattfindet und welches Austen-Werk gelesen wird. Am Ende des Buches befindet sich außerdem ein „Kleiner Jane Austen Führer“, der zum einen kurz die Inhalte der 6 Bücher wiedergibt, sowie eine Sammlung verschiedenster „Reaktionen“ auf die einzelnen Werke (der Autorin nach von Jane Austen selbst gesammelt und mit Datum versehen). Nach ausführlichen Quellenangaben zu diversen Zitaten im Text folgen noch die „Diskussionsfragen“, die nach den 6 Clubmitgliedern geordnet sind und zum einen die original Fragen aus der Diskussion im Buch sind, aber auch für den Leser weiterreichende Aspekte aufgreifen, und nach der Lektüre eine mögliche Diskussion voran treiben oder den Leser einfach zum Nachdenken anregen.

Zum Inhalt selbst, muss ich gestehen, dass ich zum einen mehr, zum anderen weniger erwartet hätte. Obwohl ich keines der Bücher von Jane Austen selbst gelesen habe, lediglich einige Verfilmungen kenne, fand ich es zum einen hilfreich, das eigentlich sehr wenig der Kapitel von der eigentlichen Diskussion über das Werk handelte, zum anderen war es aber aufgrund des Titels irreführend. Ein Großteil des Buches besteht daraus, wie sich die Charaktere in ihrem Leben vor dem „Club“ verhalten haben, was ihre Schicksalsschläge waren und während der Zeit des Clubs sind und wie sich die persönlichen Verhältnisse untereinander ändern. Hierbei kommen durchaus verrückte Geschichten ans Tageslicht die auf mich als Leser manchmal etwas überzeichnet wirkten. Meine Kritik: „Ein zauberhaft erzählter Liebesreigen, voller Witz, Wärme und Scharfsinn“, wie der Klappentext verspricht, trifft nur in Teilaspekten zu und führt den Leser eher in die Irre. „Der Jane Austen Club“ ist auch für Jane Austen“-Anfänger“ eine schöne Lektüre und ich fand das Buch recht interessant und streckenweise auch sehr unterhaltsam, allerdings ist es nicht ausgesprochen komisch oder übermäßig spannend, und auch der „Liebesreigen“ ist wohl eher ein kurzes Intermezzo. Zudem erfährt man wie schon gesagt nicht wirklich viel über die Werke von Jane Austen, daher ist die Wirkung auf eingefleischte Fans eher fraglich. Das Ende jedoch wiegt so einiges an verloren geglaubtem Lesespaß wieder auf, und da man mit den einzelnen Persönlichkeiten inzwischen vertraut ist, blickt man doch etwas wehmütig zurück auf die schöne Zeit im „Club“!

Bewertung:
(3/5)
Rezension verfasst: 06.12.2006