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Ausgestellt am 20. August 2010, von in Rezensionen.

Kurzbeschreibung:
Ein Leben in Armut, das nur aus Kinderkriegen, Hunger und harter Arbeit besteht, scheint alles zu sein, was die Zukunft für sie bereit hält. Doch die junge Pell Ridley will sich dem nicht beugen. Am Morgen ihres Hochzeitstages reitet sie auf ihrem Pferd Jack einem ungewissen, aber freien Leben entgegen. Aber die Familienbande lassen sie nicht los, und das Schicksal legt ihr immer wieder Stolpersteine in den Weg…

Meg Rosoff entführt uns in die raue, düstere Heidelandschaft im Südwesten Englands, in der Mitte des 19. Jahrhunderts und erzählt von bedingungsloser Liebe und der Suche nach Identität.

Meine Meinung:
Die Geschichte von Pell Ridley ist eine schreckliche Geschichte. Als Gefangene ihrer Zeit und der vorherrschenden Konventionen entschließt sie sich am Hochzeitsmorgen ohne ein Wort zu verschwinden, um ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Schnell gerät sie in allerhand Schwierigkeiten, findet keine Arbeit und hat somit kein Geld, alles was ihr bleibt, ist ihre Hoffnung. Doch die Hoffnung wird in schweren Zeiten stark auf die Probe gestellt, denn Pell verliert mehr als nur ein Mal die Menschen und Dinge die sie liebt. Immer gerade wieder irgendwo oberflächlich Fuß gefasst, wird ihr der Boden unter den Füßen weggezogen und sie klammert sich an ihre Hoffnung um so die beschwerlichen Aufgaben zu bewältigen, die das Leben für sie bereit hält.

Gelesen von der mir vorher nur als quirlige Serienschauspielerin bekannte Felicitas Woll, war ich ab der ersten Minute gebannt von ihrer ruhigen und sehr atmosphärischen Leseweise. Die traurige Geschichte um Pell, die sich nichts mehr wünscht als Freiheit, liest sie auf eine positive Weise wertfrei, aber immer mit der Hoffnung im Hinterkopf. Nun möchte man meinen, ein atmosphärisches Hörbuch, bei dem es überwiegend um Schicksalsschläge und Schwierigkeiten geht, zieht den Leser in seiner Grundstimmung mit nach unten. Doch dem ist eindeutig nicht so. Pell stellt sich als einzigartige junge Frau dar, die auch gegen die schwersten Winde des Lebens ankämpft und Mut beweist, der mehr als vorbildlich ist. Meg Rosoff schreibt in wunderbar vielseitiger Sprache, denn detailverliebt aber nicht langweilig gestaltet sie Pells Reise, beschönigt aber nicht die Grausamkeiten, mit denen sie konfrontiert wird. Ich war einige Male sehr froh, dass Felicitas Woll weiter gelesen hat, als ich die Augen schließen musste und auch mit etwas Abstand zur Lektüre bleiben mir ein leichter Tränenschleier und eine Gänsehaut. Auf die Frage „Welche Figur aus einem Roman würden Sie gern treffen wenn Sie könnten?“ weiß ich jetzt die Antwort: Pell.

Die Kurzbeschreibung sagt:„Meg Rosoffs Bücher werden von der internationalen und deutschen Presse hymnisch gefeiert“. Nach meinem ersten Buch von ihr weiß ich jetzt auch warum.

Meine Bewertung:
(5/5)
Verfasst am: 20.08.2010