Klappentext:
Auf Schloss Withypitts Hall geschehen merkwürdige Dinge. Sind die unheimlichen Gemälde wirklich mit Blut gemalt? Wohin ist die Katze des Lords verschwunden? Und wer ist der geheimnisvolle Gefangene im Turm? Hector stehen die Haare zu Berge, als er merkt, wohin er geraten ist. Dabei war doch sein einziges Ziel, sich an dem verschlagenen Baron Bovrik zu rächen, der seinen Vater auf dem Gewissen hat. Die Nacht des Mittwinterfests hat Hector sich dafür ausgesucht. Doch als es soweit ist, überschlagen sich die Ereignisse…
Meine Meinung:
Hector Fitzbaudly lebte ein Leben auf der schöneren Seite der Stadt Urbs Umida, als plötzlich ein Fremder seinen Vater erpresst. Hectors Vater soll Gin-Leitungen in der Stadt betrieben haben, die viele Leute in die Sucht und danach in den Ruin getrieben haben sollen. Damit dieses Geheimnis geheim bleibt, fordert Gulliver Truepin von Fitzbaudly eine beträchtliche Summe. Obwohl diese gezahlt wird, erscheint dank Truepin ein Artikel in der Tageszeitung, der für Hector und seinen Vater eine existenzielle Katastrophe bedeutet. In Folge des Gesichtsverlusts verstirbt Hectors Vater und lässt ihn allein in einer herzlosen Stadt zurück.
Hector, dem nicht bleibt außer seiner Vorliebe für Schmetterlingszucht und Rätsel, die ihn mit seinem Vater verband, kommt zunächst in einem Waisenhaus unter – schwört aber Rache an Gulliver Truepin.
Beginnend mit einer Anmerkung der Autorin selbst, gerät der Leser auf ungewöhnliche Art in diese Geschichte um Hector und seinen Racheplan. Nämlich mit der Liste ihrer Raritätensammlung, aus deren Gegenständen sie die vorliegende Geschichte rekonstruiert hat. Neben einem Holzbein und einem gesprungenen Glasauge, erhält auch ein schwarzer Kokon an einer Lederschnur einen Platz in der Handlung.
In drei große Teile geteilt, geht es mit der eigentlichen Handlung sofort los. Wie bei vielen Büchern üblich, wechseln Schrift und Perspektive von normaler Erzählung aus der ein oder anderen Sicht, über Briefform bis hin zu Artikeln aus dem “Nordstadt-Journal. Eine anspruchsvolle Tageszeitung für den kritischen Leser”. Einige von Hectors Rätseln fließen ebenfalls in die Geschichte ein und runden das Gesamtbild ab.
Higgins hat einen unterhaltsamen Abenteuerroman mit einem Hauch von Mystik geschrieben, der allerdings eher an ein jüngeres Publikum gerichtet ist. Verschiedene Handlungsverläufe sind für den aufmerksamen Leser schnell vorhersehbar und auch die Schreckmomente sind nicht so grausam wie in der Erwachsenenliteratur. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass junge Leser Spaß an dem Buch haben, denn der Reiz weiter zu lesen ist auf jeden Fall gegeben und es ist auch schön, wenn am Ende des Buches alles haarklein aufgelöst wird, damit keine Frage oder Vermutung mehr offen bleibt – Agatha Christie macht es schließlich genauso.
An der ein oder anderen Stelle musste ich Schlucken, denn die Gesellschaft, in die Hector auf Withypitts Hall gerät, hat äußerst sonderbare Vorlieben. Wer Tiere sehr ins Herz geschlossen hat, dem wird es an einigen Stellen ebenso ergehen.
Insgesamt ist das Buch gut durchdacht, bietet Abwechslung für den Leser und eine spannende Geschichte. Aus Erwachsenensicht eine kurzweilige Unterhaltung, für Jugendliche ein Abenteuer mit Grusel-Potenzial!
Aus dem Postscriptum erfuhr ich, dass die beiden vorherigen Bücher der Autorin “Das schwarze Buch der Geheimnisse” und “Silbertod” entfernt mit der Handlung zu tun haben. Ich konnte der Handlung jedenfalls ohne Probleme folgen und werde -wie von der Autorin empfohlen- vielleicht demnächst einmal zu einem der Bände greifen, wenn ich demnächst mehr aus Urbs Umida lesen möchte.
Bewertung:




(4/5)
Verfasst am: 31.01.10











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Sehr schöne Rezension und das Buch ist weiterhin noch auf meiner Wunschliste
Allerdings hatte ich erstmal “Das schwarze Buch der Geheimnisse” bei BT angefordert. Mal schauen, wie das dann so ist
@Katha: Das würde mich dann auch interessieren. Eventuell versuche ich es mit den beiden anderen auch noch (als Hörbuch oder so).
PS: Du bist ja schneller als die Polizei erlaubt mit deinen Kommentaren
DANKE!!!
Das Cover sieht ja schon schön aus und deine Rezi macht Lust es irgendwann mal zu lesen. Wird also vermerkt.. (na toll, der WunschSub wächst weiter
).
@Ri: Geht uns doch schließlich allen so
Bei dir sehe ich auch meistens irgendwas, das mich interessiert…
Ich lade es mir gerade auf’s iPhone. Wobei ich befürchte, dass die Geschichte so gruselig nicht ist, wenn man sie bei 30°C in der Bahn sitzend hört.
Vielleicht warte ich lieber bis es dunkel ist.
Liebe Grüße und Danke für den Tipp!
@Nina: Bitte
Wobei es natürlich “Spannend” für Jugendliche sein soll und daher recht vorhersehbar. Ich fands trotzdem gruselig, ich bin ja zart-besaitet