„Hör nie auf, mich zu finden“
Sandy Shortt hat ihr Leben lang nach vermissten Menschen gesucht. Bis sie eines Tages selbst verschwindet – an einen geheimnisvollen Ort, den alle nur „Hier“ nennen…
Fantasievoll, spannend und tief berührend macht sich Cecelia Aherns neuer großer Roman auf die Suche – nach dem Leben, der Liebe und uns selbst.
Meine Meinung:
„Ich beschloss, mir die lächerliche Einsamkeit ins Gedächtnis zu rufen, die sich einstellt, wenn man etwas aufgibt, um nichts dafür zu bekommen.“ (S.302)
Sandy Shortt ist Zeit ihres Lebens ein wandelnder Widerspruch. Die große Frau die „Klein“ heißt, trägt die größten Kämpfe ihres Lebens mit sich selbst aus. In ihrer Kindheit verschwindet in der Nachbarschaft ein Mädchen, dass Sandy nicht leiden konnte, doch irgendwie beschäftigt sie ab diesem Tag das Verschwinden von Dingen. Sie fragt sich wo die Sachen, die sie verliert sein sollen und fest davon überzeugt, dass sie irgendwo sein müssen, hält sie ihre Familie mit der Suche in Atem. Als Erwachsene geht sie dann zur Polizei und zeichnet sich durch hartnäckige und akribische Suche nach den Vermissten aus. Doch Sandy überdeckt mit der äußerlichen Suche eine Suche in ihrem Inneren und als sie eines Tages selbst verloren geht, beginnt die wundersamste Reise ihres Lebens.
In ihrem vierten Roman, schafft es Cecelia Ahern wieder, uns eine facettenreiche, authentische Hauptfigur vorzustellen und wir nehmen teil, an der sonderbarsten Zeit ihres Lebens. Die Autorin macht sich an ein Thema, dass sicher jeden schon einmal beschäftigt hat. Wo kommen die Dinge hin wenn sie verschwinden? Wäre es nicht eine nette Vorstellung, sie kämen alle gesammelt an einem Ort an? Als Sandy eines Tages auf dem Weg ist sich mit jemandem zu treffen, dem sie bei der Suche nach jemandem helfen möchte, geht sie selbst verloren. In dieser Zeit erfährt der Leser einiges über die Geschehnisse die in unserer Welt während Sandys Abwesenheit passieren, aus der Sicht von Jack, der sich als Einziger berufen fühlt, nach Sandy zu suchen. Er erfährt, warum sie von niemandem vermisst wird und doch glaubt er nicht, dass sie absichtlich verschwand. Sandy selbst erlebt ein Wechselbad der Gefühle an dem Ort namens „Hier“ und lässt den Leser auch an Rückblenden aus ihrem Leben, die Aufschluss geben, warum sie heute steht wo sie steht teilhaben. Ist man erst einmal drin in der Geschichte, passiert was so oft bei Cecelia Ahern passiert, sie lässt einen nicht mehr los. Kapitelweise wechselt die Sicht zwischen „Hier“ und unserer Welt und es bleibt spannend. Das Buch hat mich sehr berührt, gerade weil ich mich streckenweise gut mit Sandy identifizieren konnte und die Botschaft des Buches sehr tief geht. Nach der Lektüre dieses Buches mit dem inzwischen typischen übersinnlich-unerklärlichen Touch, bleibt ein wohlig warmes Gefühl zurück, dass zum Nachdenken anregt, aber zugleich auch hoffen lässt.
Bewertung:




(5/5)
Rezension verfasst: 14.09.09


