Monthly Archive for März, 2010

[Zitat] Fanny Hensel

Wie einige von euch wissen, schreibe ich noch bis morgen an meiner letzten Hausarbeit ehe es in die Ferien geht – oder das was noch davon übrig ist. Es geht um den Klavierzyklus “Das Jahr” von Fanny Hensel. Während meiner Literaturrecherche wurde mir die Schwester von Felix Mendelssohn allerdings noch sympathischer, da sie folgenden Satz sagte, als sie sich über die Behandlung eines Grafen empörte:

“Keine Bücher in der ganzen Zeit! Man hat von solcher Grausamkeit, solcher moralischer Tortur keinen Begriff.”

(Quelle: Tillard, Francoise (1994): Die verkannte Schwester. Die späte Entdeckung der Komponistin Fanny Mendelssohn Bartholdy. München: Kindler. S. 297)

DAS kann ich mir allerdings auch nur schwer vorstellen!

[Rezension] Gayle Forman “Wenn ich bleibe”

Klappentext:
Mia muss sich entscheiden: Soll sie bei ihrem Freund Adam und ihrer Familie bleiben – oder ihrer großen Liebe zur Musik folgen und mit ihrem Cello nach New York gehen? Was, wenn sie Adam dadurch verliert?
Und dann ist von einer Sekunde auf die andere nichts mehr, wie es war: Auf eisglatter Fahrbahn rast ein Lkw in das Auto, in dem Mia sitzt. Mit ihrer Familie. Sie verliert alles und steht vor der einzigen Entscheidung des Lebens: Bleiben oder gehen?

Meine Meinung:
Ich habe mich schon oft gefragt, was wohl das Letzte ist, an das die Menschen denken, die in einen Autounfall verwickelt sind. Was tun sie? Woran denken sie? Was bekommen sie mit?
Mia ist gerade zusammen mit ihrem Bruder und ihren Eltern auf dem Weg zu verwandten, als das Auto von der Fahrbahn abkommt und alle in einen schweren Unfall verwickelt werden. Als Mia versucht Hilfe zu holen, da sie die einzige ist die noch wach ist, bemerkt sie, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes neben sich steht und ihren Körper aus einiger Entfernung betrachtet. Für die Welt scheint Mia bewusstlos und niemand weiß, dass sie sich selbst und die Welt wahrnimmt und still an ihr teil hat. Im Krankenhaus hört Mia, dass nicht alle Familienmitglieder den Unfall überlebt haben und während der 24 Stunden nach dem Unfall beschließt sie, eine Entscheidung zu treffen, die darüber entscheidet ob sie geht oder ob sie bleibt.
Die Kapitel von “Wenn ich bleibe” sind nach Uhrzeiten innerhalb des Tages nach dem Unfall benannt. Während dieser Zeit beschreibt Mia nicht nur was mit ihrem Körper im Krankenhaus passiert, sondern auch welche Besucher kommen und was sie für Informationen für sie bereit halten. Zu den Besuchern gibt es dann Geschichten aus Mias Leben, die meisten inspiriert von der großen Leidenschaft in Mias Leben: Musik. Als Cellistin hatte sie gerade die Aufnahmeprüfung an der Julliard absolviert und weiß nun nicht mehr, ob sie alle Veränderungen die damit einher gehen auch bewältigen möchte.
Die Einblicke in Mias Leben sind nicht chronologisch geordnet, bieten aber einen tiefgründigen Ausschnitt ihrer 16 Lebensjahre. Sie erinnert sich an Höhen und Tiefen ihres Lebens und ist dabei äußerst authentisch und reflektiert. Immer wieder fragt sie sich, wie sie sich entscheiden soll, wähend um sie herum nichts mehr sein wird wie es war. Es scheint als habe es in ihrem Leben gerade diese Situation gebraucht um eine Entscheidung zu treffen, die ihr für immer Leben verändert – in der einen oder anderen Hinsicht.
Als Musikerin hat mir das Buch besonders gut gefallen, da man sich in Situationen wie Vorspiele oder den Erhalt des ersten eigenen Instruments so gut einfühlen kann. Doch auch die Thematik, sich aufgrund der Wahl seiner Interessen ind er eigenen Familie als Außenseiter und ein Stück weit unverstanden zu fühlen, geht unter die Haut.

“Aber ernsthaft – wie hast du deine weichen Knie überwunden?” Mein Vater lächelte immer noch, aber ich merkte, dass er jetzt ernsthaft sprach, weil er seine Worte langsam und behutsam setzte. “Gar nicht. Man muss einfach damit leben. Man muss sich durchkämpfen.” (Seite 36)

Insgesamt ein nachdenkliches, rührendes, musikalisches Buch über die Entscheidung eines Lebens, verziert mit einem Hauch Übersinnlichkeit! “Fake it till you make it”

Bewertung:
(4/5)
Verfasst am: 28.03.2010

Homepage des Cellisten Yo-Yo Ma, dessen Konzert für Protagonistin Mia eine besondere Rolle spielt.

[Stöckchen] Buch & Brot

Bei Winterkatze habe ich dieses Stöckchen mitgenommen, das zwei wunderbare Dinge behandelt! Essen und Lesen :)

1. Liest du beim Kochen?
Nicht immer aber manchmal. Je nachdem wie lange ich koche, mache ich mir in der Küche ein Hörbuch an oder ich lese ein paar Seiten während etwas im Ofen ist, kocht oder durchzieht

2. Liest du beim Essen?
Dank Leselotte oder Hörbüchern ebenfalls ja. Nicht unbedingt regelmäßig, aber wenn mich das Buch sehr interessiert auf jeden Fall.

3. Gefallen dir Bücher, in denen viel über Essen und Kochen geschrieben wird?
Es ist jetzt nicht unbedingt Kriterium für ein Lieblingsbuch, dass es um essen oder kochen geht, aber abgeneigt bin ich von den Themen auch nicht.

4. Hast du schon mal ein Rezept ausprobiert, das du in einem Roman gefunden hast?
Nein. Oder ich kann mich nicht mehr erinnern.

5. Sammelst du Kochbücher – und kannst du abschätzen, wie viele du davon hast?
Ich sammele Kochbücher nicht, aber wenn sie mich über längere Zeit interessieren wandern sie in mein Regal. Ich hätte 10 geschätzt, in Wirklichkeit sind es 14 ;) Meine Lieblinge sind die Glyx-Kochbücher von Marion Grillparzer und die 365Tage Bücher von Essen und Trinken.

6. Kochen oder Backen – was machst du lieber?
Kochen. Backen mag ich zwar auch, aber ich habe nicht so oft die Gelegenheit dazu. Außerdem ist es inzwischen ein Running Gag, dass ich immer beginne zu kochen, ohne Butter oder Margarine da zu haben (an dieser Stelle Danke für die Spender) :)

7. Welche Richtung bevorzugst du beim Kochen (italienisch, asiatisch, gutbürgerlich oder andere Richtungen)?
Wenn ich selbst koche bevorzuge ich meine eigene Richtung :) Gehe ich essen mag ich besonders Italienisch und Chinesisch.

8. Gehörst du zu den Leuten, die beim Lesen etwas zu Knabbern oder ein bestimmtes Getränk in Reichweite haben?
Wasser habe ich immer in Reichweite, aber Knabbern ist beim Lesen eher nicht angesagt. Ich will das Buch nicht voll klecksen mit Schokolade oder Chipsfett und bin eh froh wenn ich was mache wobei keine Langeweile aufkommt um etwas zu essen.

9. Möchtest du noch etwas zum Thema „Bücher und Essen“ erzählen?
Ich mag Bücher und Essen, manchmal auch gleichzeitig :) Als Buchtipp würde mir der „Christmas Cookie Club“ einfallen, und auf meinem SUB ist noch der Roman zu „Julie und Julia“. Werde mal die anderen Stöckchen durchforsten, um eventuell auf Buchtipps in der Hinsicht zu stoßen. Bei Ideen: Immer her damit!

[Ich lese]

Ich reihe mich gern in die Riege der Bloggerinnen ein, die auch alle gerade diesen “Schinken” lesen.

“Grim” von Gesa Schwartz wird mit den fast 700 Seiten eine Herausforderung, weil ich ja bis zum 31.3. noch ziemlich beschäftigt bin, aber ich bin überzeugt, dass mich gute Unterhaltung erwartet ;)

Erster Satz: “Regungslos hockte Grim auf dem Dachfirst über dem siebten Stock, die schwarzen Schwingen hoch über seinen Kopf erhoben, und starrte hinab auf die Straße.”

[Rezension] Victoria Laurie “Rendezvous um Mitternacht” Geisterjägerin M.J. Holliday I

Klappentext:
M.J. Holliday betreibt eine Geisterjägeragentur und wird von dem charmanten Dr. Steven Sable für einen Job angeheuert: Ihm ist vor Kurzem der Geist seines verstorbenen Großvaters erschienen. Sable glaubt, dass bei dessen Tod nicht alles mit rechten Dingen zuging. M.J. nimmt die Ermittlungen auf…

Meine Meinung:

M.J. Holliday ist ihres Zeichens Medium, kann also mit Geistern kommunizieren, und betreibt eine Geisterjägeragentur. Menschen denen von einem ruhelosen Geist das Leben schwer gemacht wird, hilft sie das körperlose Wesen aus den Zwischenwelten hinaus ins Jenseits zu befördern. Zur Seite steht ihr dabei ihr schwuler Freund Gilley und auch ihr sprechender Papagei Doc begleitet sie auf ihren Einsätzen. Als M.J. eines Tages von Dr. Steven Sable Junior engagiert wird, findet sie einen wild spukenden Poltergeist mit Vorliebe für Fernseher vor, bei dem es sich laut Einschätzung von Steven um dessen verstorbenen Großvater Andrew handeln soll. Je intensiver M.J. dem Spuk auf den Grund geht, desto näher kommt sie der Wahrheit. Ist Stevens Großvater wirklich auf natürliche Art ums Leben gekommen? Wer profitiert von seinem Tod? Und warum hören die Geisterjäger Geräusche obwohl kein Geist in der Nähe ist?

Der Serienauftakt zur Reihe um Geisterjägerin M.J. Holliday beginnt zunächst nach Schema F. Die Protagonistin hat ein paar bissige Sprüche auf den Lippen und natürlich interessiert sie sich gleich für ihren Klienten Steven Sable. Was allerdings wie eine erotisch aufgehübschte Version weiblicher Ghostbusters beginnt, stellt sich im Lauf des Buches mehr und mehr als spannendes Abenteuer heraus. Die angedeutete Liebelei zwischen den Hauptcharakteren tritt in den Hintergrund und zum Vorschein kommt eine ausgeklügelte Erklärung für Großvater Andrews Tod, die nach und nach immer mehr Handlungsfäden zusammen laufen lässt.
Kleine Details wie zum Beispiel der süße Akzent von Steven, oder der sprechende Papagei drücken der Story ihren individuellen Stempel auf. Witzig aber auch sehr spannend, spooky aber auch actionreich wird in diesem Band nicht nur der Fall Sable gelöst, sondern es wird ebenfalls die Basis für weitere Teile gelegt, in denen man sich schon jetzt auf eine facettenreiche M.J. und ein glänzendes Team von Geisterjägern freuen kann. Am Ende wieder ein Hauch von Schema F, aber was wäre ein erster Band ohne ein halbwegs Happy End?!

Fazit: Gruselspaß mit Hintergrund, der nach leichten Startschwierigkeiten doch gut unterhält!

Bewertung:
(4/5)
Verfasst am: 23.03.2010