Monthly Archive for November, 2009

[Rezension] Wendy Orr “Wie versteckt man eine Insel?”

Kurzbeschreibung:
Das Mädchen Nim lebt mit ihrem Vater allein auf einer paradiesischen kleinen Insel mitten im Ozean. Ihre Freunde sind die Seelöwin Selkie, der Leguan Fred und die Riesenschildkröte Chica, ihre große Leidenschaft ist das Lesen. Vor allem verschlingt sie die Abenteuergeschichten des mutigen Alex Rover, der in jeder kniffligen Lage Rat weiß und den sie heiß verehrt. Als ihr Vater verschwindet und Nim in ernste Schwierigkeiten kommt, bittet sie ihren Helden um Hilfe und erlebt eine Überraschung, die sie sich nie hätte träumen lassen…

Meine Meinung:
Als Nims Vater für drei Tage Algen in der Nähe der einsamen Insel, auf der die beiden wohnen, beobachten will, ist zunächst alles wie immer. Nim spielt mit ihren tierischen Freunden und genießt das Leben. Als ihr Vater dann aber nicht wie versprochen anruft, weiß sie dass etwas nicht stimmt. Per Email steht sie in Kontakt mit Alex Rover, Autor diverser Abenteurromane und beantwortet Fragen die Hintergrundinformationen zum neuesten Buch betreffen. Als Alex merkt, dass Nim langsam in Schweirigkeiten gerät und ihr Vater noch immer nicht in Sicht ist, muss eine Entscheidung gefällt werden…

Wie im Paradies lebt Nim mit ihrem Vater, seit sie aufgrund einiger schlimmer Umstände ihre Mutter verloren hat. Abgeschnitten von der Welt weiß nur der Kapitän eines Versorgungsschiffs, der einmal jährlich Dinge in die Nähe der Insel bringt, die nicht angebaut werden oder vorhanden sind, weiß wo sich die kleine Familie befindet. An dieser Stelle der Geschichte muss man sich als Hörer damit abfinden, dass einige Ereignisse oder Gegebenheiten im Hörbuch nicht unbedingt der Realität entsprechen können. Zutrauliche Wildtiere sind hier die wohl fantasievollste Erfindung der Autorin, die den Fortgang der Gescichte maßgeblich mitbestimmen. Lässt man sich aber darauf ein, an Nims Abenteuer teilzuhaben, trotz einiger unrealistischer Aspekte, erwartet den Leser eine zwar durchaus sehr vorhersehbare, aber dennoch schöne Geschichte. Das Paradies im Ozean lädt zum Träumen ein und natürlich geht die Geschichte mehr als gut aus.

Bewertung:
(3/5)
Verfasst am: 29.11.2009

[Rezension] Ota Hofmann, Jindrich Polak “Neue Abenteuer von Pan Tau”

Kurzbeschreibung:
Der elegante Herr mit der Zaubermelone ist wieder da und erlebt aufregende Abenteuer. Diesmal trifft Pan Tau auf seinen Doppelgänger Alfons und dessen Familie, fliegt in einem Ballon auf eine einsame Südseeinsel und versucht sich in den verschiedensten Berufen. Und wie immer gehört sein Herz den Kindern: Tips-taps, Schwung und Kreis – erfüllt er ihre geheimsten Wünsche. Aber auch die Erwachsenen können dank Pan Tau ab und zu wieder Kind sein.

Meine Meinung:
Wo der lächelnde Herr mit der Melone auftaucht ist alles plötzlich ein wenig magisch. Wünsche erfüllen sich durch eine kleine Handbewegung und Träume werden wahr. “Die große Hand” schickt Pan Tau in seinen neuen Abenteuern zur Familie Urban. Die anfängliche Verwirrung um den Grund seines Einsatzes klärt sich, als Pan Tau Fotos von Alfons, dem verschollenen Sohn der Familie, sieht. Pan Tau und Alfons gleichen sich nämlich wie ein Ei dem anderen. Zunächst allerdings nur mit viel Phantasie, da Pan Tau -elegant wie immer-, mit dem auf einer Südseeinsel gestrandeten, etwas ungepflegten Alfons wenig zu tun hat. Als Pan Tau für die Rückkehr des verschollenen Sohnes (sowie Bruders und inzwischen auch Onkels) sorgt, gibt es einige Komplikationen im Familienleben der Urbans, an denen der Herr mit der Melone nicht ganz unschuldig ist.

“Pan Taus neue Abenteuer” ist ein wunderbares Hörbuch für Jung und Alt. Gesprochen von Karl Menard und mit verspielter Musik unterteilt, ist der Hörgenuss perfekt. Obwohl Pan Taus Abenteuer als Kinderbuch gelten, habe ich mich oft über die Tiefgründigkeit der Geschichte positiv gewundert. Die Thematik der “großen Hand”, die Pan Tau seinem Einsatzort zuteilt, ist klar in Anlehnung an den Glauben an ein höheres Wesen entstanden, welches die Geschicke der Welt in die richtigen Bahnen lenkt. Auch die Eigenschaften der Familienmitglieder, insbesondere von Josef, der sich beispielsweise krank stellt um von seiner Familie mehr Zuwendung zu erhalten, sind sehr bedeutungsschwer. Außerdem bietet das Buch mehrere Parallelen und Anspielungen zu Klassikern der Weltliteratur (z.B. “Robinson Crusoe”) oder Musikstücken (“Die Moldau”). Die bereits ausgesprochen bildhafte Sprache im Hörbuch, wird noch ergänzt durch zahlreiche Wortneuschöpfungen der Autoren, die meistens amüsant und auch sehr treffend für die jeweilige Situation sind. Hinzu kommt, dass auch die Perspektive gewechselt wird, sodass auch ein Satellit im All die Eindrücke um das Geschehen ergänzt oder der Leser aus einem Brief des Hauses (in dem die Urbans wohnen) an eine befreundete Villa Zusatzinformationen erhält.
Insgesamt wirklich das perfekte Rundumpaket. Musik und Sprecher sorgen für die richtige Atmosphäre in diesem Buch, das belehrt, unterhält und zum Schmunzeln bringt. Manchmal zwar ein wenig vorhersehbar, im großen und ganzen jedoch macht es Lust auf weitere Begegnungen mit dem “Tips Taps Schwung und Kreis” charmanten Herrn und seiner Melone.

Bewertung:
(4/5)
Verfasst am: 29.11.2009

[Ich lese]

“Himili fürchtet die Finsternis” von Simak Büchel.

Nachdem ich meinen ersten Pratchett nach anfänglichen Startschwierigkeiten heute erfolgreich beendet habe, greife ich mal wieder zu einem Rezensionsexemplar. Da der Dezember in Bezug auf den Autor noch eine Aktion und ein Interview bereit hält, wird es langsam Zeit eine Rezension vor zu schicken :)

Erster Satz: “Nésena?” Die Arme vor der Brust verschränkt, stand sie vor dem Haus ihrer Eltern und blinzelte in den Himmel.

[Rezension] Vanessa Walder “Der Zauberfluch des Elfenkönigs”


1:32h / 2009

Kurzbeschreibung:
Inmitten einer heißen Sommernacht wird Ariane von einem Drachen entführt. Er bringt sie in einen Zauberwald, wo sich sprechende Maulwürfe, Elfen, Feen und Einhörner tummeln. Damit Ariane wieder in die Menschenwelt gelangen kann, muss der mächtige Zauber des Elfenkönigs gebrochen werden. Einzig und allein ihr ungeliebter Stiefbruder Erik könnte Ariane noch helfen.

Meine Meinung:
In einer drückend heißen Nacht wird Ariane aus ihrem Bett entführt. Zwei riesige Krallen greifen nach ihr, stecken sie in einen Sack und kurz darauf hört sie riesige Schwingen durch die Nachtluft gleiten. In dieser Nacht beginnt für die kleine Ariane ein Abenteuer, das für sie gleichsam wirklich wie phantastisch ist. Drache Obligo ist allerdings nur der Bote, der sie zum Elfenkönig bringen soll. Im Zauberwald herrscht ein Streit zwischen den phantastischen Wesen und den Tieren. Aus einem Ariane unbekannten Grund soll gerade sie helfen den Streit zu schlichten, aber sie will einfach nur zurück nachhause – was mit zahlreichen Problemen verbunden ist. Zum Glück kommen magische und nicht-magische Wesen zu Hilfe.

Beim Hörbuch zu Vanessa Walders Kinderbuch muss der Leser zwar auf tolle Illustrationen verzichten, kommt aber Dank der ausgesprochen facettenreichen Sprecherin Ulrike Grote trotzdem voll auf seine Kosten! Jedes Tier im Zauberwald hat seine eigene, markante Stimme bekommen, sodass hier wirklich die Frage aufkommt, ob unterschiedliche Sprecher das besser hätten machen können. Der tollpatschige, etwas begriffsstutzige Drache Obligo, Wölfin Elvira, sowie Schlangen, Maulwürfe und Fabelwesen nehmen vor dem inneren Auge schnell Gestalt an und finden den Weg ins Herz jedes Lesers.
Die spannende und humorvolle Geschichte um Arianes Abenteuer fesselt ab der ersten Minute. Auch wer schon viele Fantasy-Bücher und ihre Gestalten kennt, erlebt Neues, wie zum Beispiel die Z.V.I.T.H oder einige nützliche Tipps, wie unterschiedliche Fabelwesen dazu gebracht werden können, Wünsche zu erfüllen.
Insgesamt fällt es mir schwer die Begeisterung über dieses Hörbuch in Worte zu fassen, denn eins ist sicher: Es wurde zum Überraschungserfolg des Jahres! Wirklich ein wunderbares Hörbuch, dem es an nichts fehlt. Einziges Problem: Es ist viel zu kurz! Zwar ist das Ende der buchstäblich “traumhaften” Geschichte nochmal eine besondere Überraschung und äußerst stimmig, insgesamt aber hätte man gern mehr gehört. Zum Glück gibt es einen zweiten Teil, der -dem Titel nach- Ariane wieder in den Zauberwald verschlägt. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, bin allerdings nun auch mehr als neugierig auf die Illustrationen des Buchs.

Bewertung:
(5/5)
Verfasst am: 27.11.2009

[Ich höre gerade]

“Wie versteckt man eine Insel?” von Wendy Orr
Da ich von der Sprecherin Ulrike Grote beim “Zauberfluch des Elfenkönigs” so unheimlich begeistert war, habe ich bei Audible ausschließlich nach Büchern mit ihr als Sprecherin gesucht. “Wie versteckt man eine Insel” ist eins davon und ich bin gespannt, wie es mir gefällt :) Beim Kämmerchen aufräumen (ich komme sonst nicht an die Weihnachtsdeko :D ) träume ich mich jedenfalls gern auf eine ferne Insel!

Kurzbeschreibung des (bereits 2002 veröffentlichten) Buches:
Das Mädchen Nim lebt mit ihrem Vater allein auf einer paradiesischen kleinen Insel mitten im Ozean. Ihre Freunde sind die Seelöwin Selkie, der Leguan Fred und die Riesenschildkröte Chica, ihre große Leidenschaft ist das Lesen. Vor allem verschlingt sie die Abenteuergeschichten des mutigen Alex Rover, der in jeder kniffligen Lage Rat weiß und den sie heiß verehrt. Als ihr Vater verschwindet und Nim in ernste Schwierigkeiten kommt, bittet sie ihren Helden um Hilfe und erlebt eine Überraschung, die sie sich nie hätte träumen lassen…

2008 wurde das Buch unter dem Titel “Die Insel der Abenteurer” verfilmt.